Naturerbe Endseer Berg: Graue Lagune, Geologie- und Landschaftspfad

Im alten Gipsbruch am Fuß des Endseer Berges nördlich von Rothenburg o. d. T. liegt die "Graue Lagune". Sie ist eines der schönsten Geotope in Bayern und wurde zum europäischen Naturerbe und Fauna-Flora-Habitat-Gebiet erklärt (FFH-Gebiet 6527-371), zu einem Schutzgebiet für Tier- und Pflanzenwelt sowie Lebensräume. Das Naturerbe wird durch einen Geologie-, Waldlehr- und Landschaftspfad erlebbar gemacht. Der markierte Rundweg um den Endseer Berg führt vom Parkplatz am östlichen Rand von Endsee aus auf einer Länge von 4,6 km durch das Schutzgebiet von 126 ha, das zum Naturpark Frankenhöhe gehört. 24 Thementafeln erklären die unterschiedlichen Baumarten, die Entstehung der Dolinen und die seltenen Tierarten wie Gelbbauchunke und Kammmolch. Der Wanderweg wird ausdrücklich als "Landschaftspfad" bezeichnet. Der alte Laubwald, die Trockenrasen und Obstwiesen, das mediterrane Flair der alten und neuen Gipsbrüche laden zu allen Jahreszeiten zu Spaziergängen und kleinen Wanderungen ein. Geboten werden keine Animationen und Events, aber dafür wird in zwei Wegstunden die wunderbare Welt der fränkischen Flora und Fauna in dieser besonderen Umgebung gezeigt.

Bei der Grauen Lagune handelt es sich um einen alten Gipsbruch, in dem ein sieben Meter mächtiges und 230 Millionen Jahre altes Flöz abgebaut wurde. Es entstand bei trockenem Klima durch Eindampfung in einer vom Meer abgeschnürten Lagune. 1947/48 hatte Robert Gerlitz nahe dieser Stelle ein erstes Gipswerk errichtet und mit 30 Beschäftigten Gips gebrochen, gemahlen und gebrannt. Bis zur jetzigen Bruchwand wurde er in einer Tiefe von fünf bis sechs Meter abgebaut. Auf der Suche nach verwertbarem Gestein wurde dann ein Stollen 25 bis 30 Meter in den Berg hinein getrieben. Man wurde nicht fündig und stellte den Abbau Mitte der 60er Jahre ein. Heute sind die Reste des ehemaligen Gipsbruchs ein Geotop, das sich außerdem zu einem bedeutenden Biotop entwickelt hat.